Die Hannover Messe 2026 war für Möhring Energie mehr als eine Konferenz. Sie war eine Bestätigung: Die Richtung stimmt, die Partner sind da — und die grüne Wasserstoffwirtschaft braucht jetzt keine weiteren Giga-Versprechen, sondern Menschen und Unternehmen, die anfangen zu bauen.
Klare Botschaft aus zwei Roundtables
Am zweiten Messetag war Möhring Energie in gleich zwei hochrangigen Gesprächsrunden vertreten. Beim BMWE-Roundtable, organisiert gemeinsam mit GIZ und AHK, diskutierten Unternehmen und Institutionen aus Brasilien und Deutschland über den aktuellen Stand der PtX-Entwicklung. Das Fazit war eindeutig: Zu viele Projekte im Giga-Maßstab bleiben auf dem Papier. Was gebraucht wird, sind Vorhaben, die die gesamte Wertschöpfungskette tatsächlich einmal vollständig abbilden — von der Produktion bis zum Endabnehmer. Export nach Europa. Dünger für Brasilien.
Am Nachmittag folgte der PtX-Hafen-Roundtable mit dem Port of Pecém, dem Port of Rotterdam und Duisport. Auch hier der gleiche Tenor: Lieferketten aufbauen, Infrastruktur sichern, konkrete nächste Schritte gehen — gemeinsam. Die Empfehlung an Möhring Energie war klar: Stakeholder vernetzen, Förderanträge stellen, anfangen. Das nehmen wir wörtlich.
FortaVerde: Mega vor Giga
Inmitten dieser Debatten steht unser Projekt FortaVerde im Bundesstaat Ceará, Brasilien. Es verkörpert genau das, was die Branche einfordert: einen realistischen, integrierten Ansatz — grüner Wasserstoff für die europäische Industrie, grüner Ammoniak als Dünger für den brasilianischen Markt. Nicht Gigawatt auf dem Papier, sondern Megawatt in der Realität. Erst beweisen, dann skalieren. Gerade weil wir kein Konzern sind, sondern ein mittelständisches Unternehmen, haben wir von Anfang an alle Teile der Wertschöpfungskette bearbeitet — von den Technologie-Providern für unsere modularen, skalierbaren Anlagen über Logistik- und Hafenpartner bis hin zum gesicherten Offtake.
Deutsch-brasilianisch-niederländische Partnerschaft in Aktion
Am dritten Messetag verdichtete sich, was die Vortage bereits angedeutet hatten. Bei der Session „Fuels of the Future — Brazil’s Strategic Potential“ (by Siemens & GIZ) sprachen Staatssekretär Bernhard Kluttig und Dr. Gunther Grathwohl (Leiter Wasserstoffabteilung, BMWE) in ihren Keynotes unmissverständlich: Deutschlands Wasserstoffhochlauf braucht genau diese Art von integrierten, grenzüberschreitenden Wertschöpfungsketten. Projektentwickler, die jetzt bereit sind zu bauen, haben den politischen Rückenwind.
Fábio Koga (CEO, Siemens Electrification) und Andre Gustavo (CEO, Cocal) zeigten anhand konkreter Erfolgsbeispiele aus Brasilien — von der Zuckerrohrproduktion bis zur Verwertung auf allen Ebenen der Wertschöpfung — dass der Weg von der Vision zur Realität gangbar ist. Die Hafenvertreter Fabio Grandchamp (Port of Pecém), Wouter Demenint (Port of Rotterdam) und Johannes Eng (Duisport) legten dar, was Logistik und Infrastruktur für grüne Kraftstoffe in der Praxis bedeuten. Das magische Hafendreieck Pecém – Rotterdam – Duisburg war nicht nur Thema, sondern physisch präsent.
Am Nachmittag beleuchteten die „NRW meets Brazil“-Sessions die enge Verzahnung zwischen den Industriestandorten und Hafenregionen beider Länder. Möhring Energie war als Projektentwickler und Integrator mittendrin.
Das Netzwerk ist der Schlüssel — und Resilienz das Ziel
Tim Huesmann, Head of Sales & Finance bei Möhring Energie, brachte unseren Wettbewerbsvorteil auf den Punkt: „Anders als viele größere Player im Markt war es von Anfang an unsere Strategie als KMU, jeden Teil der Wertschöpfungskette parallel zu entwickeln — Technologie, Logistik, Häfen und Offtake. Genau deshalb sind wir heute dort, wo wir sind: Die Planung ist weit fortgeschritten, der Offtake ist gesichert, und wir sind bereit zu bauen. Nicht obwohl wir klein sind, sondern gerade deswegen.“
Und weiter: „Lasst uns einfach anfangen. Wenn wir nicht anfangen, lernen wir nicht. Also fangen wir jetzt an, lernen und skalieren. Realistische erste Schritte, um die gesamte Wertschöpfungskette einmal abzubilden — damit grüne Moleküle ihren Weg in die Industrie finden. Der deutsche Weg: bescheiden und geerdet beginnen, dann Schritt für Schritt auf Giga-Maßstab wachsen.“
Die Hannover Messe 2026 hat gezeigt: Nur ein aktiv kommunizierendes Netzwerk aus Menschen, die grüne Moleküle produziert und in der Industrie genutzt sehen wollen, kann eine Wertschöpfungskette zusammensetzen, die sowohl wirtschaftlich tragfähig als auch strategisch unverzichtbar ist — als echter Beitrag zur Energieresilienz und zur Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern.
Unser Fazit
Das Netzwerk ist da. Der politische Wille ist real. Die Infrastrukturpartner sind bereit. Wir gehen die nächsten Schritte gemeinsam — Megawatt für Megawatt. Zusammen haben wir Siebenmeilenstiefel. Zusammen schaffen wir Giga.










